Tag fünf unserer Nordtour mit „Überraschung“

Der Morgen beginnt mit Sonne, ein paar Nüssen und ein Schluck Wasser. Denn in unserer Unterkunft gibt es nix! Alles nur Selbstversorger.

Weiter geht es immer dicht an der Ostsee entlang. Da die Gegend mehr als spärlich besiedelt ist, dauert es einige Zeit bis wir eine Kaffee-Lokation finden. In Brantevik werden wir fündig. Beinahe wären wir vorbeigefahren, wenn Michaela nicht ein kleinen Hinweis auf Kaffee entdeckt hätte.


Was für ein Glücksgriff. Lecker Cappuchino mit Kardamomgebäck und Croissants. Gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg, nicht ohne uns mit einem weiteren Kardamomteilchen zu versorgen.

Langsam schlägt das Wetter um. Der angekündigte Regen hat sich doch etwas verspätet. Gegen 14:30h hat es uns so richtig in den Hügeln von Brosarp erwischt.

Es war doch zum Teil ein sehr abenteuerlicher Weg rein in die Wälder mit heftigen Steigungen. Geschützt durch die Bäume hat es uns nicht ganz so doll erwischt. Dafür haben wir wieder Schlamm aufgesammelt.

Zu allem Überfluss hat die Schaltung den Geist aufgegeben. Ein Gangwechsel wahr NICHT mehr möglich!
Auf einmal haben wir nur noch ein SingleSpeed Rad mit einem sechsten von vierzehn möglichen Gängen. Sehr sehr ärgerlich.
Alle Bemühungen, es wieder in Gang zu bekommen sind fehlgeschlagen. Also nur noch im sechsten Gang weiter. Mit Steigungen ist es schon sehr anstregend und in der Ebene mehr als hinderlich. Denn mehr als max. 17 km/h sind da nicht mehr drin, ohne das man sich die Beine wegkurbelt.

Da das Wetter auch nicht mehr wirklich besser werden sollte, haben wir nach einer Unterkunft gesucht. In Yngsjö haben wir eine Herberge in Form von kleinen Cottages gefunden und kurzerhand gebucht.

Sehr nette Gastgeber und eine tolle Unterkunft. Das Fahrrad kann in den Garten. Da es an einer Unterstellmöglichkeit mangelt, bringt unser Gastgeber eine große Plane und deckt das Rad ab. Sehr aufmerksam.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, laufen wir ca. 1,5 km die Strasse zurück in den Ort. Dort soll es eine Essensmöglichkeit geben. Dort angekommen finden wir einen „Imbisswagen“ vor, der asiatische Leckereien anbietet. Es riecht auf jeden Fall schon mal sehr lecker. Wir geben unsere Bestellung zum Mitnehmen auf. Die Sitzmöglichkeit draußen auf Holzbänken ist nicht so dolle. Dazu fängt es auch wieder an zu regnen.


Während wir auf unser Essen warten, fährt ein altes Auto vor und ein Mann steigt aus. Kein Unbekannter für die Leute im Imbisswagen. Sie fangen alle an zu scherzen und zu lachen. Auch wir kommen ins Gespräch und erfahren, er ist ein Bauer hier in der Nähe. Leider regnet es immer heftiger und wir haben Bedenken, dass wir mehr als durchnässt wieder zurück zur Unterkunft kommen. Der „Bauer“ bietet uns eine Mitfahrgelegneheit an, die wir gerne annehmen.
Er sagt: Er bietet gerne seine Hilfe an und hofft, dass auch er mal Hilfe erhält. Eine sehr positive Einstellung. So ist der Rückweg schnell und trocken zurückgelegt.

Das anschließende Essen im Cottage ist sehr lecker und gemütlich.