Tag 98

Gut erholt und ausgeschlafen gibt’s erst mal einen Kaffee ans Bett 🤗. Ein Joghurt und eine Apfeltasche und später eine 🍌 ergeben ein Frühstück.

Danach ist das Rad dran. Ein etwas größerer Check nach all den vielen Kilometern und und Bergen ist wichtig, bevor es morgen wieder auf die Straße geht. Am Wichtigsten Schrauben, Bremsen inklusive der Belege, Speichen etc.

Noch den Putzlappen schwingen und den Strassenstaub entfernen. Das Rad ist wieder bereit.

Wir machen uns auf zum Schiffsterminal, denn wir wollen die Möglichkeit einer Fährüberfahrt nach Cacilhas nutzen. Da wir aber schon schlechte Erfahrungen mit der Radmitnahme gemacht hatten … wollte ich das persönlich klären. Online konnte ich das nicht in Erfahrung bringen. „Normale“ Einzelräder sind kein Problem, aber wir haben bekanntlich kein normales Fahrrad.

Am Ticketschalter Fotos vom Rad gezeigt und unser Anliegen erklärt. Die Dame schnappte sich das Handy und weg war sie 😳

Kurze Zeit später war sie zurück (mit Handy 😂) und mit knappen Worten hat sie die Mitnahme des Rades verneint!

🤮🤮🤮 Keine Antwort auf meine Frage wieso denn nicht.

Die Fähre konnten wir am Terminal ja schon sehen. Die Zugänge waren groß genug und die Durchgänge im Terminal auch.

Das Verhalten (keinerlei Erklärung zu geben) hat mich echt verärgert 😡!

Echt Blöd. Jetzt dürfen wir einen Tag und gute 80 Kilometer extra fahren, nur um den Tejo zu queren.

… bei den Steigungen sollte das kein Problem sein, wenn man die richtige Straße erwischt
Pink Street

Nach einem guten Gläschen weißen Port und Kabeljau Frikadellen in Eierform (mit Portugiesischen Schafskäse und ohne) habe ich mich wieder beruhigt 🥳😮‍💨🤣

„Fischfrikadelle“ mal anders mit Port
diese zusätzlich mit Schafskäse gefüllt

Aber …

Zwei ganze Tage Lisboa reichen mir. Zu voll, zu viel Verkehr mit all dem Lärm, Abgase und Gehupe. Dazu das andauernde angequatsche, ob man eine Tour mit ihren Tuk Tuks machen will. Das brauche ich nicht mehr.

Ich freue mich auf die morgige Tour, auch wenn es wieder viel Sonne und Wärme auf der Straße bedeutet.

Nun sitzen wir, ich denke: mittlerweile unser Lieblingsplatz in Lisboa, im Jardim São de Pedro de Alcãntara bei Sangria im Schatten und lauschen den Klängen von zwei Musikern (E-Geige und -Gitarre) die ein Mix von wirklich tollen Klassikern spielen.

Tag 97

Zweite Nacht, neuer Morgen … langsam sind wir in Lisboa angekommen. 🤗

Nach einem oder zwei Kaffee im Bett sitzend, haben wir uns Gedanken für den heutigen Tag gemacht. Auf jeden Fall nichts über die Mittagszeit unternehmen! Dafür ist es einfach zu warm 🥵

Gegen 11h sind wir um die Ecke, nur wenige Gehminuten in ein Café. Dort gibt’s wirklich lecker zubereiteten Cappuccino und dazu gut belegte Brote/Brötchen (die auch den Namen verdienen) und nicht so komisches „Pappbrot“.

Gemütlich gefrühstückt und wieder zurück in die Unterkunft. Ich habe mich noch mal hingelegt und bin tatsächlich wieder eingeschlafen. Kurz nach 15h haben wir uns dann auf den Weg gemacht.

Idee war quasi einen Bogen um die Altstadt und von Norden durchzulaufen. Der Weg führte über den Botanischen Garten der Uni (sollte aber Eintritt kosten). Da es in der Sonne immer noch zu heiß war und wir keinen Bock auf lange Spaziergänge in der prallen Sonne hatten, haben wir uns dagegen entschieden. Wir brauchen ein schattiges Plätzchen zum chillen.

Bei einem Torbogen/Durchgang zwischen den Häusern konnte man einen tollen Blick auf die Stadt werfen. Am Ende gab es ein Restaurant und ein 5*-Hotel. …. was sonst.

An der Ecke des Durchganges auf der Straßenseite gab es eine Bar mit einer alternativen Sitzmöglichkeit. Wenn es in der Sonne nicht zu heiß gewesen wäre … hätte man da bestimmt nett chillen können.

Tollen Platz im Jardim de São Pedro de Alcãntara gefunden. Tolle Aussicht über die Stadt und den Tejo. Es wehte ein gutes Lüftchen und so konnten wir es gut aushalten und genießen. Bei einer Weissweinschorle und Wasser haben wir die Aussicht und die Zeit genossen.

Ein Stückchen weiter, durch die Bäume und das Grün zuerst nicht sichtbar, gab es Buden mit Getränken und Snacks und eine kleine Bühne. Dort waren gerade ein paar Leute mit dem Aufbau von Boxen und dem entsprechenden Equipment beschäftigt. Michaela hatte an einer der Buden nachgefragt … und es sollte gegen 18h Livemusik geben.

Tja, also🍷 und etwas zu essen geholt und gewartet. Gegen 18:30h ging es denn auch los. Es gab Fado … wie 😎. Eine Sängerin und ein Sänger haben nacheinander ein paar Lieder gesungen im Zusammenspiel mit den beiden Gitarristen.

Wirklich ein sehr schöner Gig für etwas über eine Stunde. Mit ein bisschen Werbung für die tolle „Bairro Alto“ hier in den Gassen und all die Restaurants und Bars, eben zum Teil auch mit Live Events.

Danach haben wir uns auch wieder auf den Weg gemacht durch die Gassen der Altstadt.

Durch Zufall auf ein „Japanese Street Food“ Restaurant gestoßen. Doch noch eine Kleinigkeit essen.

Kurz vor der Unterkunft in einen Supermarkt und etwas zu trinken und noch Obst gekauft für morgen 🤗

Ein entspannter Tag und schöner Abend geht zu Ende.

Tag 96

Erster Tag in Lisboa ohne aufs Rad zu steigen und loszuradeln 🥳

Ausgeschlafen wollen wir uns nach draußen wagen … mittlerweile haben wir schon 26 Grad und es soll noch die 33 Grad erreicht werden. Mal sehen wie heiß es in der Stadt mit den ganzen engen Gassen gefühlt werden wird.

So sind wir, mal wieder, erst in der Mittagssonne los … unser Ziel -> ans Wasser. Da sollte es etwas frischer sein. Luftfeuchtigkeit war höher und damit auch schwüler. Nachdem wir in einem wirklich kleinen Café verschiedene Getränkevariationen von Kaffee genossen haben, inklusive süßen Gebäcks, ging es denn weiter an den Hafen.

… für touristische Zwecke
inklusive „Kreuzfahrer“
und Sightseeing von FRS „Hanseblick“. Fühlt man sich fast wie zuhause

Der Blick aus einem Restaurant. Auch die Einheimischen bestätigen, dass es für sie ungewöhnlich warm sei. Es sind dann auch 34 Grad im Schatten geworden.

Wir wollen zurück zur Unterkunft und uns runterkühlen, um dann in den Abendstunden wieder raus zu gehen. Auf dem Weg natürlich durch die City mit einigen ihrer Sehenswürdigkeiten …

Gin aus Hamburg in die weite Welt
auch wir waren dort

Nach dem Abendessen ein Gang um die Ecke. Bei den Temperaturen ist draußen noch viel Volk auf der Straße und unterwegs, so auch wir 🤗

kleine Grünfläche gesäumt von Bars und Restaurants
Absacker im „Edelweiss“

Ein Schweizer, der seit 16 Jahren hier in Lisboa lebt und sein Lokal betreibt. Obwohl die Speisekarte mit der Zwiebelsuppe, hier betitelt als Schweizer Gericht, ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen ist 🥳

Wenn wir denn schon nicht mit dem Fahrrad unterwegs waren, haben wir uns wenigstens zu Fuß neun Kilometer durch Lisboa (auch bergauf und bergab) bewegt.

Reicht auch für heute. Mal schauen wie warm es morgen wird. Wetter soll stabil ohne Wolken bleiben.

Tag 95

Ein sonniger Tag heute. Es kann so richtig warm werden.

Ein letzter Blick vom Balkon

Den ganzen Morgen wurden die Tische und der Sonnenschutz aufgebaut für den morgigen Markt, den wir leider nicht mehr mitbekommen.

Pause vor der Sonne

Pause mit Kaffee und etwas süßem Nachtisch. Es ist Mittagszeit und das Restaurant ist voll. Es werden hier auch viele Gerichte rausgeholt -> „TOGO“

Dort sprach uns auch ein Mann an, ob er das Rad fotografieren 🤳 könnte. Das haben wir natürlich bejaht. Als wir dann los sind, hatte er sein bestelltes „Essen“ dabei und fragte wo wir denn herkämen. Er war sehr erstaunt und wünschte uns weiterhin viel Glück bei der Reise.

Überhaupt sind unsere Erfahrung bei Begegnungen sehr positiv. Wir werden viel von Autofahrern gegrüßt und wir werden auch viel fotografiert 🤗. Zum Teil bremsen sie auf unser Tempo runter und sprechen uns an. Der Verkehr dahinter nimmt es gelassen. Niemand hupt oder überholt genervt. Ist schon eine tolle Erfahrung.

Wer weiß, in welchen sozialen Netzwerken wir schon viral gehen 🥳🤪

Also Alexander: dein Name (der des Rades) wird mindestens in Europa in aller Munde sein. Obwohl … ist nicht ganz richtig. Wir sind auch schon von Amerikaner angesprochen und fotografiert worden. Mit denen hatte ich mich (war bei einem Restaurant nach dem Essen) noch angeregt unterhalten. Er war sehr begeistert und hatte viel nachgefragt über unser Vorhaben.

Weinanbau

Die Weinanbaugebiete werden mehr und auch größer. Auch die ersten großen Kellereien konnten wir am Wegesrand erkennen mit ihren großen Tanks.

Heute ging es quer durchs Land in Richtung Lisboa. Entlang der Küste wären es einfach zu viele Kilometer geworden und eine extra Übernachtung wollten wir nicht mehr machen.

Und heute gab es wirklich wieder viele echte Kackwellen 😣🥵🤪

endlich die Stadtgrenze erreicht

Der Moloch Lisboa hat sich schon länger angekündigt mit vielen Hochhäusern in den Vorstädten.

Stierkampfarena
Japanisch essen 🥣
mit japanischem Bier
sehr lecker, kommt fast ans Original. Sind nur nicht die echten Ramen 🍜

Noch einen kleinen Abendspaziergang nach dem Essen gemacht. Die ersten Eindrücke von der quirligen Stadt auf uns einwirken lassen. Ausserdem können wir nicht genug bekommen von dem auf und ab. Also müssen wir das zu Fuß auch noch machen 🤣

Dabei noch ein wenig den Sonnenuntergang mitbekommen.

Sonnenuntergang in Lisboa

Das war’s dann auch für heute. Es war ein sehr schöner, aber auch sehr heißer (über 30 Grad) und anstrengender Tag für uns.

Wir haben für die kommenden Tage das Rad im Parkhaus der Unterkunft abgestellt und werden es auch erst bei der Weiterfahrt am 07.08. wieder bewegen.

Jetzt freuen wir uns auf ein paar Tage mal zu Fuß unterwegs zu sein.

63,58 km und 1134 Hm

Tag 94

Der Tag beginnt entspannt in einem Café, bevor wir uns auf die heutige Tour begeben.

Die beginnt gleich nach den ersten Kilometern mit Hindernissen. Baustelle 🦺 über eine Bahnstrecke. Natürlich ohne Hinweis wie zu umfahren 🤗

War aber keine große Sache, ein paar Kilometer mehr … was soll’s.

Die Strecke bis Peniche verging tatsächlich wie im Fluge 🤗

immer wieder diese Windmühlen. Einfach schick

Vor Peniche kamen wir in Ferrel durch einen „Kunstkreisel“ …

Eine Pause an einer Strandbar vor der eigentlichen Halbinsel Peniche mit 🍻 und reiflicher Überlegung hat uns dazu bewogen, Peniche (und weitere zehn Kilometer) auszulassen.

Da die Sonne immer präsenter wird, werden wir etwas abkürzen und Santa Cruz als heutiges Ziel anfahren.

Zum Teil abenteuerliche Strecken durch Gemüseanbaugebiete mit viel Plastik … über Stock und Stein und von Regen ausgewaschenen Sandpisten. Bis kurz vor Porto Nova, dann ging es wieder entspannt an der Küste entlang. Ein paar K…wellen später kam Santa Cruz in Sicht.

Einfach traumhaft!

Toller Tag, toller Strand, tolles Essen, toller Wein und noch leckerer Nachtisch. 🤗🥳

nach Sonnenuntergang
Der Strand wir vom angespülten Seetang befreit
57,72 km und 736 Hm

Tag 93

01. August 2024

Heute beginnt der vierte Monat unserer großen Reise mit dem T-Trike. Wir können es selbst kaum glauben, dass wir es bis hierher (Portugal – São Pedro de Moel) geschafft haben.

In spätestens zwei bis drei Tagen werden wir Lisboa erreichen. Da sind wir beide sehr gespannt, wie die Großstadt auf uns wirkt. Wir mögen ja eher das beschauliche, überschaubare der kleineren Städte und Dörfer. Da steckt halt mehr Authentizität dahinter und es ist nicht so sehr auf die Ausbeutung der Touristen ausgerichtet. Genug ….

Freuen wir uns auf das was noch kommen wird!

…. mal wieder ein Tag mit „Bergen“. Hatten wir lange nicht mehr.

was sind wir froh, dass die Sonne sich versteckt hält

In Nazaré geht es ziemlich steil bergab und bergauf in der Stadt. Wir meist bergab an den Strand und dort die Promenade entlang.

Es wurde etwas windiger, aber für uns passend schräg von hinten als kleine Unterstützung.

Auf einer der „Wellen“ gab es einen Parkplatz mit einer mobilen „Bude“. Frisch gemachte Pizza geteilt und dazu ein 🍻

Erinnert ein bisschen an Helgoland
könnte auch auf Helgoland gemacht worden sein

Der Ort São Martinho do Porto lag sehr schön mit einer tollen Bucht und Sonne 😎

Wirkt dadurch noch schöner.

Schlussendlich sind wir in Óbidos gelandet. Etwas von der Küste entfernt. Den Bogen müssen wir wegen des Flussdeltas mal wieder machen. Eine Unterkunft ausserhalb der Burgmauern gefunden. Zehn Minuten zu Fuß entfernt. Was für ein Glück. Denn so toll es innerhalb der Stadt ist, Kopfsteinpflaster mit riesigen Absätzen und Löchern … und dann noch steil wäre mit dem Rad eine Katastrophe gewesen.

Stadtmauern ohne jede Art der Sicherung
… ganz schön gruselig
Schwindelfrei sollte man sein
Nippesladen für Touris
Sehr nette und freundliche Mitarbeiter
Lecker Wein aus der Gegend

Gut gegessen und getrunken. Satt, mit den Erinnerungen des Tages geht’s zurück ins Hotel.

63 km und 891 Hm

Tag 92

Es war eine ruhige Nacht und der Morgen brachte einen grau bewölkten Himmel bei fast 25 Grad. Also ideal zum radeln.

Raus aus der Stadt, natürlich gleich mit ein wenig „Aufregung“, da wir über eine viel befahrene Brücke, Ponte Edgar Pondoso, den Mondego überqueren müssen. Mit den LKWs und den vielen Autos im Nacken, einspurig wegen Baustelle auf der Brücke vorneweg fahren zu dürfen 🤗🥳😳 …. ist ein wenig gruselig.

einspurig rüber, wir vorneweg. Stau auf der Brücke??? Vor uns ist alles frei 🤗

Aber alles ganz entspannt ☺️

Danach ging es tatsächlich mal wieder bergauf … wenn auch sehr entspannt. Auf dem Weg an einem großen Markt haben wir uns noch mal mit Wasser und Obst versorgt.

Langsam ließ der Verkehr nach und die „Natur“ kehrte zurück. Mit der Bewaldung und den Kiefern kamen auch die Singzikaden wieder und haben uns teilweise „angebrüllt“. Das kann vielleicht laut sein 😳

Sehr viele Kilometer ging es wieder mal über „verbranntes“ Terrain. Langsam kam die Natur zurück. Aber insgesamt ist es schon erschreckend zu sehen, was hier in den vergangenen Jahren die Waldbrände angerichtet haben.

Seit einigen Tagen fahren wir immer wieder mal auf dem Eurovelo1 Radweg. Das wird mit einem grünen, ca. zehn Zentimeter breiten, auf der Straße aufgemalten Streifen markiert.

Als wir endlich wieder an der Küste in Pedrógão angekommen sind, das nächste Restaurant (Combinado) aufgesucht. Wieder ein Glückliches Händchen gehabt 😁

…das war man richtig gut
Burger Surf & Turf, was für ein Genuss! Auch wenn die Farbe etwas irritierend wirkt
Michaelas Salat mit Tunfischsteak war auch der Hammer

Sehr lecker gegessen und getrunken. War ein echtes Highlight heute.

Nach dieser Stärkung ging es wieder auf die Piste. Die Straße wirkte endlos geradeaus … wir durften die nächsten zehn Kilometer nur auf die Büsche aufpassen, die den Radweg zuwucherten.

Dank der Bewölkung war es heute eine sehr schöne Tour.

Nach einer letzten echten Steigung erreichen wir São Pedro de Moel. Ein toll gelegener Ort direkt am Meer. Ein Hotel ist schnell gefunden. Wieder mal ein sehr netter Empfang. Auch das Rad konnte wieder in einer privaten Garage parken.

Nach einer Erfrischenden Dusche ging es für einen Spaziergang durch den Ort. Anschließend eine kleine Bar, Sangria und ein kleiner Snack sorgten für den entspannten Abschluss eines wunderbaren Tages.

63 km und 500 Hm

Tag 91

Heute morgen sah der Himmel wieder so aus …

Blau und sonnig

Neben unserer Unterkunft gab es ein Cafe. Toast und Kaffee als Frühstück.

Nur noch kurz im „Markt“ Wasser und Bananen gekauft und dann ging es wieder los.

Die Tour geht nach wenigen Kilometern mit toll riechendem Wald und sehr laut singenden Zikaden in eine karge Landschaft über. Laut Planung mit Komoot sollten es knapp 25 Kilometer in dieser Landschaft werden.

Die Strecke war bis auf zwei bis drei ganz leicht erahnbare „Verschwenkungen“ schnurgerade mit leichten Wellen auf und ab.

Die ersten zehn Kilometer waren fast wüstenartig, danach gab es leichten Bewuchs von Büschen und Bäumen bis zu ca. drei Metern Höhe. Da muss es vor langer Zeit mal einen riesigen Brand gegeben haben. Denn es gab noch die ein oder andern Zeugen in Form von schwarz verkohlten Baumstümpfen.

An einer Kreuzung Strasse in alle vier Himmelsrichtungen … da kam mir eine Schlussszene von Forrest Gump in den Sinn. Leider habe ich keine Fotos gemacht. Das ist mir erst später eingefallen 😣

Die Strasse war mit einem Tempolimit von 30 km/h belegt mit Radstreifen in beiden Richtungen. Für den Autoverkehr gab es quasi nur die Mittelspur.

Kurz vor dem Ort Quiaios war die Straße gesperrt mit Umleitung.

Mmmhhhh, sehe noch Teerspuren und rieche frischen Teergeruch in der Luft. Ich entscheide mich fürs weiterfahren. Sind nur noch vier Kilometer bis zum Ort. Wenn es gar nicht geht … müssen wir halt umkehren.

Nach etwa eineinhalb Kilometern kommt die Teermaschine in Sicht. Die Bauarbeiter haben uns gesehen und winken uns freundlich vorbei.

In Deutschland undenkbar.

Bis zur Küste ist es nicht mehr weit. Schnell finden wir ein nettes Plätzchen für eine Pause.

Beach Bar in Murtinheira
Strand hinter der Bar mit uns auf dem Weg zur Bar 😁
Den Berg im Hintergrund werden wir noch befahren

Danach geht es die Küstenstraße spektakulär weiter an einem ehemaligen Bergbau entlang. Tolle Sicht von dort.

weiter Strand mit Nebel von oben

Nur ca. neun Kilometer entfernt liegt Figueira da Foz. Dort in einer Bar direkt am Hafen überlegen wir bei einem 🍻 was wir für heute noch an Strecke machen wollen.

Strassenkunst aus Müll
… am Ortseingang

Die kleinen Orte sind nicht so großzügig mit Unterkünften gesegnet und wir müssten dann mindestens noch zwanzig Kilometer fahren. Dazu haben wir beide keine Lust mehr. Dazu schlägt das Wetter auch noch um. Sonne weg, es bewölkt sich immer mehr und es wird windiger.

Also hier bleiben.

Hotel gefunden, sogar das Rad darf mit rein in einen extra Saal. Sehr schön.

Noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen und in einem Irish Pub gelandet. Michaela hat noch etwas gegessen und ich habe mein Essen flüssig in Form von Guinness genossen 😁

43,9 km und 503 Hm

Tag 90

Heute mal ein ganz anderes Bild am Himmel. Dunkel, fast schon schwarz. Erst geht es an den Strand für Kaffee und Toast.

trotzdem schön

Heute führt die Tour eine laaange Strecke am Fluss entlang. Gefühlt nur gerade aus. Manchmal gab es sogar gut ausgebaute Radwege. Manch kleine Orte waren eine „Fischerhochburg“.

Fischerboote

Der Himmel wirkte immer bedrohlicher und am Horizont sah man schon die Regenschauer abregnen. Die ersten 💦 erreichten uns und wir haben Unterschlupf an einer Tankstelle gefunden.

Bei der Gelegenheit gleich mal den Reifendruck überprüft 🤗

Es wurde auch nur ein kleiner Schauer. Die Strassen waren sofort wieder trocken. Also wieder los …

In São Jacinto wollen wir eine Fähre über den Ria de Aveiro nehmen. Als wir dort ankommen ist alles mit großen Stahltoren verrammelt und die Infotafel ist runtergekommen und fast nicht mehr leserlich. 😳 … das fehlte noch, dass die Fähre außer Betrieb ist. Es lag eine „alte“ Fähre festgemacht am Pier.

Im Internet ein Fahrplan gefunden. 😮‍💨 Nächste Fahrt um 16:25h. Da haben wir noch über eineinhalb Stunden Zeit. Das nächste Restaurant aufgesucht und erst mal was zu happern.

elektrisch betriebene ⛴️

Wir konnten über den Fluß auf den Industriellen Hafen von Gafanha da Nazaré schauen. Die aktuelle Fähre ist sogar elektrisch betrieben. Respekt.

Ausgeruht und satt geht’s weiter. Wieder durch viel Natur mit vielen Schotterpisten. Zum Teil fester Untergrund wie auf Teer, dafür aber sehr staubig. Das Rad bekommt langsam eine weiße Farbe 😣 … wir damit leider auch.

Langsam wird der Himmel wieder sehr dunkel. Die ersten ⚡️ zucken quer über den Horizont. Wir treten ordentlich in die Pedale für die letzten ca. 6 km bis Praia de Mira. Als wir angekommen tröpfelt es leicht. Geschafft.

Unterwegs gefunden, Sachen verstaut und uns frisch gemacht.

Als wir uns zum Trinken in ein Restaurant gesetzt haben, fing es auch an zu regnen und der Wind nahm zu.

Praia de Mira

Bis spät in die Nacht war es am grummeln und am blitzen und es regnete immer wieder. Aber der richtig heftige Regen blieb aus.

56,34 km und 163 Hm

Tag 89

Trotz Flughafennähe war es eine ruhige Nacht. Nach dem Frühstück das Rad aus der Garage geholt, noch alles da und dran 🤗

Auch heute Morgen lag in Richtung des Meeres wieder dichter Nebel in der Luft. Als wir los sind, war das Hotel schon sonnig beschienen.

Wie gesagt konnte man vom Hotel aus teilweise aufs Flugfeld sehen. So führte unsere ersten paar hundert Meter uns auch gleich dicht am Flughafengebäude vorbei. Zwei Starts von Flugzeugen (gefühlt in Griffweite direkt über uns hinweg) haben wir uns angeschaut.

Dann ging es in Richtung der Küste weiter. Je näher wir kamen, umso nebeliger wurde es. Es war doch sehr viel Wasser in der Luft. Am Strand angekommen, nix mit Meer. Hören konnten wir es …

Nebelwand über dem Wasser

Auch der Farol de Leça mit seinen 46 Metern wäre bei der Sicht keine große Hilfe gewesen.

Farol de Leça

Kurz danach ging es am Rio Leça entlang über die Ponte móvel de Leça nach Matosinhos.

Auch hier war die Sicht noch eingeschränkt.

Langsam näherten wir uns dem Douro und damit auch dem alten Stadtkern von Porto.

Autobahnbrücke „Ponte da Arrábida“ teilweise verhüllt

Am „Ponte Dom Luis I“ konnten wir endlich den Douro queren und auf der anderen Seite wieder zurück an die Küste fahren.

Während der ganzen Zeit, Menschenmassen … Busseweise wurden die Horden rangekarrt. Es war zu voll, zu laut und dann noch die einheimischen Motorradspacken 😣. Die meinten, in den engen Passagen mit Tunnel schön in den Drehzahlbegrenzer reinballern zu müssen. 🤦

Als wir wieder an die Küste kamen wurde es auch wieder ruhiger.

Der Nebel änderte Minutenweise die Sicht. Wirklich sehr beeindruckend.

Schon nach Mitternacht, morgen kommt der Rest. Genug jetzt …

Weiter geht’s …

immer dicht am Wasser entlang. Wir machen eine Pause und trinken erst einmal frisch gepressten Orangensaft, dazu ein Toast und Salat. Nach der kleinen Stärkung wurde es wieder „grüner“, die Natur kehrte zurück und so radelte es sich gleich viel entspannter.

Nächste Pause an einem Restaurant, wo der offene Grill draußen steht und es lecker nach gegrilltem Fisch riecht. Da wir aber schon vorher etwas gegessen haben, nehmen wir hier nur eine Nachspeise 😁

Planung … wie geht’s gleich weiter

Hier die Sonne, am Strand ein ganz anderes Bild.

Der Nebel überm Meer will sich nicht „auflösen“

Diese Art der Holzstege wird für uns kurz danach auch noch abenteuerlich. Ein Teil des Weges führt über diese Stege durch eine wasserüberflutete Landschaft. Mit dem Rad …. wirklich aufregend. Da das Holz nicht immer im besten Zustand war. Zum Teil gebrochene, lose oder ganz fehlende Bohlen und die Unebenheiten gaben uns das Gefühl auf Kopfsteinpflaster zu fahren. Nur die Geräusche beim überfahren waren angsteinflößender 🥺

Ab hier ging es wieder auf die Straße

Die gut restlichen 10 Kilometer gingen durch ein riesiges Waldgebiet. Parkende Autos (Sonntagsausflügler) überall machten es zur Slalomfahrt 🙄

In Furadouro angekommen, durch die Stadt an den immer noch nebeligen Strand mit einer gewaltigen Brandung. Wirklich schön

Blick nach Norden
… und nach Süden

Eine tolle Unterkunft gefunden bei einem hilfsbereiten Gastgeber. Das Rad konnten wir im umzäunten Garten unterbringen.

Frisch geduscht ging es an die Küste, noch ein paar Fotos machen und den Sonnenuntergang genießen.

Ach ja, ein leckeres Essen (gegrillten Lachs mit Gemüse und Kartoffeln haben wir uns geteilt) und Sangria zum Abschluss des Tages gab es auch noch 🤗

66,13 km und 610 Hm