Tag 108

09:45h und schon 27 Grad im Schatten 😳🔥

Die Nacht eine besondere Begegnung. Was ist das am Fenster?

Ein nachtaktiver Mauergecko

Das wird heute wieder eine heiße Angelegenheit. Und … wir werden heute im Laufe des Tages Portugal verlassen und wieder nach Spanien wechseln 🥳

Wat is das warm 🥵

In der Nähe unserer Unterkunft ein Baum. Ein ganz besonderer Baum, jedenfalls für uns.

Mangos wie geil ist das denn

Wir haben es versucht …

… aber was uns als Route vorgeschlagen wurde, ist mehr als inakzeptabel. Nach wenigen hundert Metern auf Schotter kam ein Single Trail, danach mit Rad nicht mehr befahrbarer Weg. Das sollte über viele Kilometer heute so weitergehen. Wir haben uns tief in die 👀 geschaut … und uns für die „Straße“ entschieden.

Und das war gut so. Bei mehr als 90% der Strecke gab es einen großen Seitenstreifen, auf dem wir mehr als genug Platz zum restlichen Autoverkehr hatten. Und so ging die Fahrt flott voran. Mit mehreren kleinen Pausen in Bars am Straßenrand, in denen wir uns ein wenig von der Sonne erholen konnten.

Letzter Halt in Portugal

V.R.S.A.
Strand End in 🇵🇹
Ich bin DA!
Noch Portugal
Grenzfluss Portugal/Spanien
Espana 🇪🇸 eine Stunde später

Die Überfahrt mit der Fähre dauerte nur wenige Minuten. Als ich auf die Uhr geschaut habe … eine Stunde weiter 😳. An diese Zeitzonenwechsel kann ich mich nicht gewöhnen.

Ein Pas de deux von mir hat uns eine lustige Geschichte mit einer Hotelbuchung eingebracht 🥳

Ganz toll das Hotel gebucht vom 16. auf den 17. … bloß nicht für den August, sondern im Oktober.

😩😳 -> was für ein Glück hatten sie noch ein Zimmer für „Versehrte“ … das trifft ausnahmsweise heute mal auf mich zu. Oder Sie hatten Mitleid mit uns, weil wir so fertig aussahen. Dafür haben Sie auch nur den doppelten Preis genommen.

Nachdem wir uns ein wenig von der Hitze erholt haben, sind wir noch mal um die Ecke etwas zum Essen zu suchen. Bei einem ursprünglichen Lokal in einem ehemaligen Fischereiviertel lecker gegessen und den Sonnenuntergang auf der portugiesischen Seite bewundert.

Absacker im Restaurant

Und den Absacker im Hotel

Prost
und noch ein Gin Tonic … hicks
Es ist noch immer warm
55,61 km und 431 Hm

Tag 107

Diese Nacht war anstrengend und leider nicht erholsam. Zu viele Menschen, die in der Stadt meinten die Nacht zum Tage machen zu müssen.

Also wollen wir heute etwas früher los.

Aber … hier sind sie von vorgestern. Nutzen PC und Karteikarten für die Verwaltung. Super. Gestern konnten wir nicht bezahlen. Es hieß: morgen beim check out.

Bloß das wir eine Stunde in die Warteschlange 🤮 stehen dürfen … in der prallen Sonne.

Es ist wie es ist!

Verspätet los und wieder in die Mittagssonne. Heute ist es schon um fünf Uhr in der Früh 23 Grad gewesen. 🥵

Also Frühstück verschieben …

In Albufeira in der Nähe des Jachthafens haben wir eine kleine Bar gefunden mit tollen Blick aufs Meer. Dort gab es Toast, Kaffee und frischen O-Saft. Knappe Stunde später ging’s wieder weiter.

Die üblichen Tourprobleme mit routing durch Komoot, wo wir improvisieren müssen. Trotzdem ging es relativ flott voran. Vor Faro wurde es noch einmal deutlich schwieriger mit den Strassen. Viel Verkehr und Schnellstrassencharakter haben ganz schön gestresst 😩

Jetzt haben wir noch knapp sieben Kilometer bis zur heutigen Übernachtung in einem Hotel. Ohne Staub und Dreck und ohne Zelt.

Wir trinken schon ein zwei 🍻 in einer Bar am Wegesrand und stimmen uns ein.

Bei den Temperaturen über 30 Grad bestimmt mal wieder eine Wohltat.

eigener Pool
Blick aus dem Schlafzimmer. Im Hintergrund ist noch das Meer zu erkennen
65,88 km und 545 Hm

Tag 106

Campingplätze sind keine Orte der Ruhe. Trotzdem kann man mit Intervallen einigermaßen auf eine gute Portion Schlaf kommen.

Auch wenn es anstrengend ist.

Nach Frühstück und Sachen zusammenpacken ist es doch schon wieder halb zwölf geworden.

Um wenigstens teilweise die „Hauptstraßen“ zu vermeiden, sind wir kleinere Strecken gefahren. Immer wieder wurden diese von Kopfsteinpflaster oder sogar Schotterpisten unterbrochen.

Keine Ahnung, ob da bei der Planung nicht daran gedacht wurde oder ob schlichtweg das Geld ausgegangen ist. …. oder es einfach nicht wichtig genug war.

Jedenfalls konnten wir wieder unsere tägliche Portion Staub schlucken.

In Portimão konnten wir ein wenig „Großstadtverkehr“ in Form von Stau und gehupe 🥳 … als wenn es dann schneller gehen würde.

Als wir aus dem gröbsten heraus waren, kam auf der rechten Seite eine kleine Bar. Angehalten …

Was für ein Glück. Der Inhaber hatte Michaelas Größe und war ein älteres Semester mit ergrautem Haar und sowas von freundlichen Augen und lachen. Da fühlten wir uns gleich wie zuhause angekommen. Zwei Bier bestellt und die Suppe des Tages: Bohnensuppe mit Kartoffeln für 1,50€. Seine Frau, die Köchin (noch ein Stück kleiner) kam auch noch raus. Unser Rad wurde bestaunt. Es wurden Bilder gemacht. Dann zeigte er uns Bilder von seinem Rennrad und den Touren, die er gemacht hat. Immer noch sehr sportlich. Respekt.

Da hat er vorn noch Platz genommen und Michaela musste sich dazu stellen und dann wurden Fotos gemacht. Er fragte, ob er sie bei Facebook posten darf. Nur los 🤗

Wir konnten uns nur schwer losreißen. Als wir uns fertig für die Abfahrt machen … gibt es erst noch einen Absacker in einem Nebenzimmer. Dann will er noch ein Foto machen mit uns vor seiner Bar.

Dann sind wir doch wieder los … Jose, vielen Dank für die nette Gastfreundschaft.

Viele Kilometer lang haben wir uns noch über diese Situation unterhalten und gefreut. So flogen die Kilometer nur so hin …

Kurz vor Armacão de Pêra wurden wir ein letztes Mal auf eine steile Staubpiste geschickt. 😒

Was hat sich der Ort verändert 😳 noch mehr Bausünden. Wir waren 1989 und dann noch einmal 1998 hier. Da war es schon schlimm. Aber scheinbar wird der Ort sehr gerne von den Einheimischen besucht. Der Strand war vor lauter Menschen nicht mehr zu sehen.

Also los zum Campingplatz. Der erste, den wir uns ausgesucht hatten, ist voll. Ab zum „Stadtcampingplatz“ … der hatte erbarmen mit uns. Ein staubiger und lauter Platz, wo wir lange suchen mussten.

Als das Zelt aufgebaut war, bin ich zum Kiosk und habe erst einmal kühles Bier geholt. Rad zum laden an den Verteilerkasten gestellt und 🍻 getrunken. Da kam eine portugiesische Familie auf Rädern an, deren Wohnmobil direkt in der Nähe stand. Er kam zu uns und wurden mit Fragen gelöchert. Im Gespräch habe ich erwähnt, das ich arbeitstechnisch öfters in Braga tätig gewesen bin. Ahhh …. da musste er gleich noch einen Freund holen, der stand nur ein paar Wagen weiter. Der kommt aus Braga. Was für ein Zufall. Jedenfalls standen wir nachher mit ca. 10 Leuten und haben uns fast eine Stunde angeregt unterhalten. Dann haben wir uns auf zum essen fassen gemacht. Mittlerweile war es kur vor halb zehn.

Nicht ohne viele Glückwünsche und viel Erfolg bei unserer weiteren Tour entgegen zu nehmen. 🤗

Als wir gegen halb zwölf zurück kamen war noch Livemusik zu hören. Wir uns den „Entertainer“ angeschaut und dann zum Zelt. Was für ein Glück ist um Mitternacht auch hier der offizielle Teil vorbei und es wurde etwas ruhiger.

50,69 km und 490 Hm

Tag 105

Im ganzen, trotz des Sturmes (und der Jets im Tiefflug) einigermaßen gut geschlafen. Durch die extrem tiefen und nassen Wolken, die ihre Feuchtigkeit an die hohen Kiefern abgegeben haben, wurde es sehr feucht mit zum Teil großen schmutzigen Tropfen. Im Zelt hörte es sich fast wie Regen an.

Alles ist klamm und klebrig. 🥳

Das Zelt vom Schmutz befreit, der Himmel lockert auch auf. Die Sonne kommt langsam durch und schafft hoffentlich die Feuchtigkeit zu beseitigen.

Jetzt aber erst mal frühstücken. 😋

Danach kommt der arbeitsreiche Teil. Alles von den Miniameisen befreien und wieder einpacken.

Auf geht’s …

Es war sehr mühsam 😥, alles auspacken, nach Ameisen untersuchen und davon befreien. Dazu auch, so gut es eben geht, den Sand und Staub aus den Klamotten bekommen.

Das alles hat doch sehr viel Zeit in Anspruch genommen. So ging es erst kurz vor zwei vom Platz wieder los.

Und wir durften Sagres und die Landzunge mit stürmischen Gegenwind und leicht bergan verlassen, um weiter die Küste gen Westen zu erfahren 🤗

Alles ist eine sehr staubige Angelegenheit. Ich bin genervt 😒 und leichter Frust kommt bei mir auf, den auch leider Michaela abbekommt.

Michaela: es tut mir aufrichtig leid 🫶

In Luz sind wir in einer ungünstigen Zeit angekommen. Restaurants haben geschlossen, Mittagspause. Wir entscheiden uns für den nächsten Campingplatz, nur wenige Kilometer entfernt.

Die Empfangskatze

Platz wirkt sehr busy, check in läuft aber reibungslos. Wir sollen uns einen Platz suchen, wie gehabt. Das gestaltet sich aber doch sehr schwierig, da es schon sehr voll ist. Am meisten stören mich tatsächlich die Autos, die neben den Zelten geparkt werden …. die viel zu viel Platz wegnehmen. Die sollten nach dem Aufbauen draußen stehen. Dann wäre es viel entspannter und man hätte auch noch Ruhe. Die meisten kommen Abends vom Strand und fahren gefühlt durchs Zelt. Nun ja … meine Meinung.

Doch noch einen Platz gefunden, nicht so schön wegen der Autoproblematik …. ist nur für eine Nacht.

Routine beginnt 🥳

Und am Rad musste ich die Hinterradbremse checken. Denn wir hatten heute mal wieder einige Überraschungen auf der Tour in Form von 16% Steigung und ein Stück mit 20% Gefälle.

Dabei habe ich bemerkt, dass die Bremse hinten weich wurde. Bremsbeläge waren runter, der Belag war nur noch ein „Hauch“ …. also wechseln.

Für mich als Kontrollfreak (jedenfalls was das Rad angeht) ist der Zustand des Rades sehr wichtig.

Danach auch Entspannung bei mir 🥳

Noch lecker gegessen und Bierchen getrunken.

32,36 km und 496 Hm

Tag 104

Die Nacht war zwar sehr windig, dafür ist der Platz so etwas von ruhig. Wir konnten entspannt schlafen.

Den sehr feinen Staub hat’s überall hingeweht. Eine leicht rauhe Schicht auf den Schlafsäcken 🥳

Wir haben uns entschieden eine weitere Nacht zu bleiben. Nachdem wir die Klamotten weitgehend von super kleinen Ameisen (die krabbeln wirklich überall) befreit haben, bin ich erst mal zur Rezeption und habe den Platz bezahlt und eine Münze für die Waschmaschine besorgt. Ab in die Maschine und dann zum Frühstück mit tollem Blick auf Sagres.

Zwischendurch bin ich zurück zum Platz und habe die Wäsche aufgehängt und gleich zurück auf die Terrasse 🤗

Mittlerweile sind wir beim …

Gleich zur Mittagszeit, wenn es richtig warm geworden ist …. werden wir uns wohl mit dem Rad (ohne Gepäck seit langem) auf den Weg machen und einige Punkte anfahren die wir 1989 das erste Mal besucht haben.

Aus dem Plan ist nichts geworden. Wir haben ein Schläfchen gehalten … und sind erst gegen 15:30h losgefahren.

Wir haben auf dem Campingplatz (der ist geschützt durch viele Bäume und Sträucher) nicht wirklich mitbekommen wie windig es ist. Aber jetzt ungeschützt haut es uns bei den Böen fast vom Rad. Und ohne Gepäck fällt es noch mehr auf. Da sind wir windanfälliger.

Hier beginnt die Nummer 1, der Europäische Atlantikküstenradweg
18,17 km und 183 Hm

Ist alles ein wenig später geworden als gedacht … so machen wir uns auf den Rückweg. Wir mussten wieder leicht bergan und haben dort erst festgestellt wie windig es geworden ist. Das hatte schon stürmischen Charakter. Das Zelt stand zwar noch, aber es war mindestens ein halbes Kilo an Sand reingedrückt worden. Und mit den Sturmböen war der Sand in der Luft wie an einem feinen Sandstrand. Dort konnten wir das Zelt nicht stehen lassen.

Also neuen Platz gesucht, wo wenigstens keine Sandböen durch die Luft fliegen ….

Die ganze Aktion hat fast zwei Stunden gedauert. Alleine die ganzen Klamotten vom Sand und Staub zu befreien …

Den feinen Staub, glaube ich, werden wir wohl nicht mehr los.

Der Plan, gemütlich Essen gehen und den Abend genießen … tja doch ein wenig anders gelaufen. Dazu noch Montag, wo viele Restaurants geschlossen haben. So sind wir in die „Snack Bar“ auf dem Campingplatz gegangen. Um 23h wurden wir quasi von der Terrasse „gefegt“ 🤗

Am Zelt angekommen 😳 es war noch stürmischer geworden. Der Wind kam in Böen durch die hohen Kiefern. Es hörte sich fast so an, als würden Jets über uns hinweg fliegen. Das Zelt wurde ganz schön gebeutelt, aber wenigstens kam kein Sand mehr mit.

Tag 103

Moinsen 🤗🌞

Die morgendliche Routine dauert nun ein wenig länger. Der Zeltabbau und das verstauen ist dazu gekommen. Was für ein Glück, ist der neumodische Kram sehr komfortabel. Dazu kommt noch die Gewichtsoptimierung, die für uns mehr als wichtig ist. Wenn ich da noch an früher denke …

Erst mal nach S. Miguel (wirklich kleines Dorf) in ein kleines Café zum Frühstück. Nur knapp fünfhundert Meter entfernt. Wohl weil heute Sonntag ist, sitzen viele alte Männer beim Frühschoppen zusammen mit 🍻 im Schatten auf der Terrasse. Als wir vorfahren, können wir die neugierigen Blicke und die Gespräche übers Rad gut von der anderen Straßenseite verfolgen. 🤗

Wir finden einen Platz unter einer alten schattenspendenden Eiche.

Weiter geht’s ein paar hundert Metern bergab bis Odeceixe. Die waren zum genießen.

Gleich hinter der der nächsten Kurve ging es in den ersten Berg. Wir mussten kurvige Serpentinen entlang verbrannter Landschaft. Auch hier zeugen holzkohleartige Baumstümpfe von einem gewaltigen 🔥.

In Rogil werden unsere Vorräte an Getränken, Obst und Snacks aufgefüllt.

Landschaftlich ist die Tour wieder der Hammer. Die leichten Hügel sind lange nicht mehr so anstrengend wie die Berge 🥳

Hinter dem Ort Carrapateira, nach einer schönen Abfahrt hinter einer Kurve … stand ein Auto am Straßenrand und eine Frau mit Handy hat uns gefilmt und angefeuert. 😳

Die hatten uns kurz vorher überholt und hier extra auf uns gewartet. Die waren so freundlich und begeistert, die Gesichter zu sehen …. da bekam ich doch glatt „Pipi“ inne 👀

Mit Rückenwind und viel Baumbewuchs am Straßenrand und der entsprechenden Beschattung fuhr es sich leicht und nicht so anstrengend bis zur nächsten Pause in Vila do Bispo. Dort in einem Restaurant (wo es sehr verführerisch riecht) nur ein 🍺 und 🍷 und ne Flasche Wasser zum erfrischen. Es waren ja keine zehn Kilometer mehr bis Sagres.

Die letzten paar hundert Meter ging es noch einmal über eine staubige Piste bis zum Campingplatz.

Ein schattiges Plätzchen gefunden und in aller Ruhe das Zelt aufgebaut und sicher verzurrt, da es doch sehr windig geworden ist. So haben wir sicherheitshalber das Zelt noch zusätzlich verspannt.

Danach geht’s in ein Restaurant, wo wir wieder sehr gutes portugiesisches Essen bekommen. Dazu eine leckere Sangria. Der Abendspaziergang entfällt, da es mittlerweile sehr dunkel geworden ist und Strassenlaternen Mangelware.

Mit Handylampe geht es über einen unbefestigten Weg wieder zurück zum Campingplatz.

Alles in allem wieder ein total schöner und entspannter Tag.

63,36 km und 709 Hm

Tag 102

Die Nacht wurde erst spät nach Mitternacht ruhiger. Im „Zentrum“ war große Party mit Live Musik und ordentlich „bumbum“

Und unsere direkten Zeltnachbarn waren auch nicht ohne …

Die haben am frühen Morgen schon für die entsprechende Gesangseinlagen gesorgt, nachdem die „Box“ mit dem Handy gekoppelt war. Ich glaube, der Typ war auf dem ganzen Platz zu hören.

Nachdem wir uns „gangbar“ bekommen haben, sind wir ins Café und haben uns Kaffee und Donuts als Frühstück gegönnt.

Kurz vor 12h haben wir den Platz verlassen und haben am „Markt“ gehalten. Uns die riesige Auswahl an Meeresgetier angeschaut und ein bisschen Obst gekauft.

Im Supermarkt gegenüber dann Wasser und Energiedrinks für mich.

Ausserhalb der Stadt haben wir für Fotos angehalten. Dazu gesellten sich ein Wohnmobil und ein Pkw mit Münchner Kennzeichen.

Ein Pärchen mit einem kleinen Kind. Die sind schon seit April unterwegs und schauen sich in Portugal für eine „Bleibe“ für die kommenden Jahre um. Zur Zeit ein bisschen Elternzeit und zum Teil arbeiten aus der Ferne.

Nach eine bisschen gemeinsamen Austausch sind wir wieder weiter auf die heiße Straße.

Unser heutiges Ziel

Eine Routine mehr, Zelt aufbauen. Frisch machen und ab zum Essen. Thailändische Küche in einem kleinen portugiesischen Dorf.

Mit einem Spaziergang den Abend genießen und dann ins …. Bett/Zelt 🤗

45,57 km und 353 Hm

Ach ja …. morgen werden wir wohl in Sagres ankommen. 😊

Tag 101

Ein ganz besonderer Tag für uns. Danke MLML ❤️für die Zeit zusammen.

Kaffee ans Bett an diesem Morgen besonders „wichtig“

😊

Frühstück war gut, der Kaffee mal wieder sehr lecker. Leider nicht so selbstverständlich. Die Unterkunft war schon sehr schön.

Pool im Garten

Ruckzuck war das Rad fertig gepackt und los geht’s.

Doch … oh Schreck 😳🤪

… wollte uns Komoot schon wieder querfeldein schicken. Die Route zeigte eine „Straße “ ein Stück weiter. Dachte, umfahren wir das Stück einfach. Pustekuchen 🤮

Straße ging über in Schotter und nach kurzer Zeit in Sandpiste. Was für ein Dreck, im wahrsten Sinne des Wortes.

Nach wenigen Kilometern wieder festen Boden unter den Rädern. Und dann habe ich gesehen, das ein Rennradfahrer die Strecke, die wir umfahren haben, abgebogen kam. Die Autobahn begann erst hier. So ein Scheiss … hätten wir uns ersparen können. Soviel zu Routenplaner.

Naja, der kommende Teil war super. Schöne Strecken und wenig Verkehr. So kamen wir schnell in Sines an. Toller Blick von oben.

Am Strand eine Bude angefahren. Wurde von einem Motorrad Club betrieben. Mr. „President“ persönlich war anwesend und wir haben uns angeregt unterhalten.

Tolle Sache, was die machen für Alte und bedürftige Menschen. Hut ab.

Eine selbstgemachte Sangria getrunken, einen Aufkleber von ihren Club bekommen (ziert das Rad). Die fahren fast alle wirklich „alte“ (>20 Jahre) Mopeds …

Noch einen Deutschen aus Singen getroffen, der hier gerade Urlaub macht. Die Welt ist doch so klein.

Sines -> Strand, Industrie Hafen und petrochemischer Hafen. Alles in Sichtweite. Schön ist etwas anderes. Ein paar Kilometer raus aus der Stadt in südlicher Richtung links (Landseite) ein in 2022 stillgelegtes Kohlekraftwerk, was 12% der Emissionen von Portugal emittierte. Schon krass!

Aber die Küste einfach nur traumhaft schön. Geschwungene Straße entlang der Küste. Sehr schön zu erfahren.

Porto Covo auch wieder ein Träumchen von portugiesischem Dorf//Städtchen.

Die restlichen Kilometer zu unserem Tagesziel verliefen ruhig. Ist fast nicht mehr zu toppen.

Campingplatz erreicht, „eingecheckt“ … keine 26€ inklusive Strom. Platz sollen wir uns suchen und das nehmen was uns gefällt. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Haben ein schattiges Plätzchen gefunden und Zelt aufgebaut.

Nachdem wir uns erfrischt haben, erst einmal etwas essen gehen. Kleines Restaurant gefunden. Portugiesische Küche … einfach und lecker und preiswert.

Alles in allem ein sehr schöner Tag für uns an diesem besonderen Tag. Siebenundvierzigster Kennenlern- Verlobungs- und Hochzeitstag! 🤗🥳

Danke Michaela! 🫶

Schöner Abschluss des Tages 🫶
56,3 km und 418 Hm

Tag 100

Nach einer unruhigen Nacht … ab zum Frühstück. Die morgendliche Routine des Rad bepacken passiert fast wie in Trance.

Auf zum Hafen, der Plan ist: Autofähre nach Tròia. Vorher noch mit Saft und Frischwasser versorgt.

Autofähre sehr gut organisiert. Prinzip ist ähnlich wie Glückstadt-Wischafen. Die Fähre auch. Knappe halbe Stunde Überfahrt.

Gefühlt wieder endlose Weite, wüstenartig wirkend, wenn nicht der spärlicher Baumbewuchs links und rechts der fast geraden Straßen wäre.

Dann ein krasser Wechsel.

Wir kommen in den Ort Comporta, mit einem Reismuseum?! Mir ist das wirklich sehr grün auf den Feldern aufgefallen. Erst wo der Wind aus der richtigen Richtung zu uns wehte, war der starke Geruch der Reisfelder präsent riechbar. Das hatte ich so stark das erste Mal in Japan kennengelernt.

Reisfelder so weit man blicken kann

Gleich in den Ort abgebogen und eine Pause gemacht bei lecker Kaffee und Alkoholfreien Bier.

Nach der Pause, kurz vor dem Ortsausgang haben wir noch einen anderen Radfahrer getroffen. Ich habe ein freundliches Moin gesagt und er überrascht … oh, ihr seid deutsch.

Da standen wir nun in der prallen Sonne und haben bestimmt eine viertel Stunde geplaudert über unsere Touren. Er hat nach seinem Studium eine „Auszeit“ geplant und ist in Frankreich gestartet und war noch mit Pausen nach Faro unterwegs. Gegenseitige gute Wünsche und viel Spaß gewünscht, sind wir wieder unseres Weges …

Und dann große „Flugschatten“. Wir schauen nach oben und sechs Störche im Formationsflug …

Die Straße entlang sehr viele Horste links und rechts und noch mehr Störche. Passt auch mit den kilometerlangen Reisfelder zusammen. Ideale Bedingungen für diese großen prächtigen Vögel.

Weiter ging es wieder durch viel Natur, zum Teil mit mehr schattenspendenden Bäumen und viel Wind. Eine schöne Tour wo auch die Temperaturen überraschend weniger quälend waren als die vergangenen Tage.

Die Suche nach einer verfügbaren Unterkunft hat uns einige Kilometer gekostet. In Melides haben wir uns „wund gesucht“ 🥳

Entweder war alles ausgebucht oder die Unterkunft gab es einfach nicht mehr. Auch da versagt die Aktualität von „Google“.

Schwere Lektüre in Melides

Man merkt: August -> Urlaubszeit! Die zeitnahe Suche nach für uns bezahlbare Unterkünfte funktioniert nicht mehr so einfach wie zuvor.

Ab jetzt müssen die Campingplätze mit eingeschlossen werden. Mal schauen wie es weitergeht 🤗

Tag 99

Wir haben heute Morgen noch einen Hinweis für eine Autofähre in Belem erhalten. Nur fünf Kilometer in die andere Richtung. Wir versuchen es …

Bei der Ankunft schwant mir nichts gutes. Die Fahrspur für den Autoverkehr ist gesperrt. Wir fragen gleich mal den Security Mann was denn da los ist.

Fähre kaputt. Es fährt nur eine Personenfähre. Da müssen wir bis zur Ankunft warten. Da wird dann ein Mann von der Fähre entscheiden, ob wir mitfahren können/dürfen. 🥳

Die Zusammenfassung des Tages bedarf einer „Aufarbeitung“. … und kommt später

Es ist genauso ein Typ Fähre, wo am Vortag am Anleger in Lisboa die Mitfahrt verwehrt wurde. Tja, Willkür lässt grüßen 🙋🏼‍♂️

Nun ja, hier durften wir mit. Also Michaela los und 🎫 kaufen und ich schon mal mit dem Rad die Gangway runter zur Fähre. Die Überfahrt dauerte nur wenige Minuten mit einem Zwischenstopp nach Trafaria. Auch nicht viel mehr, als die Tour von Teufelsbrück nach Finkenwerder über Rüschpark 🤗

Dort angekommen haben wir gleich ein Restaurant direkt am Wasser aufgesucht und gute portugiesische Hausmannskost gegessen. Mal wieder sehr lecker 😋.

Dabei die Tour für heute neu planen, da wir nicht mit einer Fährfahrt gerechnet haben. Neues Ziel ist in Richtung Setúbal. Der Anfang der Tour verlief auch reibungslos … bis zu einem Zwischenstopp in Pinhal Verde. Da wollte uns Komoot durch die „Pampa“ führen. Man konnte eine Sandpiste im Nichts erahnen. Das konnte nicht sein 🤪🧐

Also Googlemaps bemüht. Dort wurde eine alternative Route angeboten. Die sah eigentlich ganz gut aus. Aber schon nach wenigen hundert Metern wurde es eine Schotter- dann eine Sandpiste.

Es wurde immer schlimmer. Tiefer Sand, Weg zu Ende … Zaun im Nirgendwo! … und wir kreisten immer um die Autobahn herum. Das war das eigentliche Problem. Alles nur auf Autos ausgerichtet. Wenn die normale Straße kurzfristig in eine Autobahn übergeht und man nach wenigen Kilometern wieder abbiegen kann, ist das für Autos auch völlig in Ordnung. Radfahrende wurden stumpf ignoriert. Auch in Portugal dürfen Fahrräder nicht auf die Autobahn 🥳

Ausschnitt aus unserer Odyssee im „Nirgendwo“

All die tollen „Navi Apps“ haben ihre Funktion eingestellt, da sie keine „Strassen“ oder Wege an unserer Position feststellen konnten. Wie aus dem Ausschnitt erkennbar ist.

Sogar die Offline Maps haben den Dienst verweigert. Position festgestellt, aber den nächsten ausgewählten Punkt (feste Strasse an nächstgelegenem Ort) wollte auch die App nicht routen … man kann es erahnen: da es keine ausgezeichneten „Wege“ gab. 🤪🤮

Dazu kam der teilweise sehr tiefe und weiche Sand, in dem wir uns öfters festgefahren haben. Das Rad im Sand bis zum Motor versunken. Michaela am schieben und ich im kleinsten Gang mit viel Motorunterstützung mussten wir uns dort raus kämpfen. Das in praller Sonne bei über 30 Grad.

Das war sehr herausfordernd!😰 🥵

Glücklicherweise kamen wir ganz in der Nähe der eigentlich geplanten Route wieder in die Zivilisation zurück. Auch wenn es fast an einer Schranke gescheitert wäre. Es gab einen schmalen Durchgang für Fußgänger. Mit einem Einzelrad wäre man mit viel Gefühl und rangieren auch noch durchgekommen. Aber wir … keine Chance. Ein Stückchen weiter habe ich dann ein Loch im Zaun entdeckt. Da hatten andere wohl ähnliche Probleme. Jedenfalls war der Zaun dort mit Gewalt platt gemacht worden. Für uns ein Glück 🍀!!!!

So konnten wir wieder auf eine normale Straße kommen.

Die nächste Bar angefahren und erst mal ein paar kühle 🍻 und den Staub abwaschen …

69,71 km und 701 Hm