Tag 134

Runter ins Tal … und natürlich müssen wir da auch wieder raus. Also ab in den Berg mit vielen schönen Serpentinen 😅

Wir befinden uns immer noch auf einem Hochplateau auf ca. 600 Metern Höhe. Rundherum viele Weinfelder, hauptsächlich Rotwein. Und die Ernte ist im Gange. Zum Teil mit echter Handarbeit. Wo dann ein bis zwei Leute die Trauben direkt in einen kleinen Anhänger an einem Traktor, der mit einer Plane ausgestattet ist, sammeln. Und auch große Erntemaschinen, wo im großen Stil die Trauben abgeerntet werden, können wir beobachten.

Es geht trotz der Hügeligen Landschaft gut voran. Vielleicht liegt es auch daran, dass es nicht mehr ganz so heiß ist. Wir bewegen uns so um die max dreißig Grad herum. Mit ein bisschen Wind ist es gut zu fahren. Da hatten wir schon ganz andere Temperaturen. Weiter westlich und mehr im Landesinneren ist es weiterhin sehr warm.

Hoffentlich bleibt es so noch eine Weile.

Die N322 ist relativ groß ausgelegt und wir haben quasi eine eigene Spur. Mit dem wenigen Verkehr ist es kein Problem und sehr entspannt.

Eine quasi Mittagspause legen wir in Los Isidros ein. Etwas essen und trinken um uns auf den langen „Abend“ vorzubereiten.

Die Wohnung ist schnell gefunden und der Vermieter Raul ist auch kurz nach uns gekommen. Die Wohnung gezeigt, erklärt was es hier rundherum zu sehen gibt und dann das Rad in eine Tiefgarage, wenige Meter entfernt, sicher untergebracht.

Dank einer Waschmaschine in der Wohnung, haben wir erst einmal eine Ladung Wäsche gewaschen 🤗

Den Abend, wo es nicht mehr ganz so wuselig war, haben wir noch ein wenig den alten Ortskern durchwandert. Schade, dass die Autos hier überall rein fahren. Ohne wäre es sehr schön gewesen mit all den kleinen verwinkelten Gassen.

70 km und 1157 Hm

Tag 133

Ein Kaffee als Frühstück muss heute morgen reichen, denn bis Albacete ist es nicht weit.

Die ersten paar Kilometer ist die Tour wie mit dem Lineal gemacht … danach geht’s auf einem Via Verde weiter bis Albacete. Beste Strecke, ansonsten wieder alles nur für Autos gemacht.

In Albacete haben wir ein nettes Restaurant gefunden. Die Menschen sehr freundlich und zuvorkommend. Dort nehmen wir leckeren Toast mit wirklich sehr leckeren Schinken und Kaffee. Dort sitzen wir eine Weile und genießen das Leben 🤗

Dann geht es noch ein Stück durch die Stadt in Richtung Bahnhof, wo wir die Bahn und die Autobahn queren können. Mit einer Brücke über die genannten Bahnen beginnt ein Paradies für Radfahrende. Um all dem Gewusel für den Kfz-Verkehr zu entkommen … gibt es einen Radweg, so breit wie eine normale Straße. Das über viele Kilometer und zum Teil Alleenartig. Wir sind beide regelrecht ganz aus dem berühmten Häuschen 🥳☺️

Dazu noch sehr wenig Autoverkehr auf der parallel verlaufenden Straße.

Die Sonne erwärmt die Bäume und es riecht nach Sauna.

Unsere Idee, auf dem Weg gegen Mittag ein Restaurant zu finden und zu essen … löst sich in Wohlgefallen auf. Dörfer zu klein und wenn die Größe passt, ist alles geschlossen. Auf geregelte Öffnungszeiten kann man sich hier nicht verlassen. Jedes Dorf/Stadt macht es anders.

Eine kleine Bäckerei gefunden. Die wollten gerade schließen. Für uns haben sie den Laden noch mal aufgemacht und so konnten wir ein paar kühle Getränke und ein bisschen Gebäck kaufen.

Aussage von der Verkäuferin: ausserhalb der Sommerzeit ist es hier total tot.

Wir empfanden es jetzt schon so 🤪

Also weiter.

Bis Jorquera ist es nicht mehr weit. Nur noch 18 Kilometer.

Unterwegs begann die Anzahl der Weinfelder drastisch zuzunehmen. Auch war die Weinlese schon im Gange. Die ersten Traktoren mit Anhänger voller roter Trauben kamen uns entgegen.

Der Ort ist wunderschön gelegen. Das Hotel relativ neu und kurz vor der Altstadt gelegen.

64,43 km und 401 Hm

Tag 132

Ruhige Nacht …

Kurz vor neun Uhr klopft es an der Tür und das Frühstück wird gebracht. Das genießen wir auf dem Balkon.

Dann mache ich mich ans Rad um endlich die Kette zu wechseln. Das hatte ich mir schon länger vorgenommen … aber irgendwie immer wieder „verdrängt“.

Kette selbst war schnell gewechselt. Die Aktion mit dem drehen des ⚙️ am Rohloffantrieb ist ein wenig aufwändiger. Hinterrad muss raus, um ans ⚙️ zu kommen. Bei der Gelegenheit gleich ein bisschen putzen. Gerade der Aufnahmebereich im Rahmen … kommt man sonst ja nicht so gut ran 🤗

Die alte Kette habe ich „ehrfurchtsvoll“ mit einer Laufleistung von 9340 km beim Übergang in den „Mechanischen Himmel“ unterstützt 🥳 in Anlehnung an die Serie „Ghost Whisperer“.

Dann ging es los zum Supermarkt. Bis wir dann endlich los sind ist es schon nach 13h.

Aber es ist eine schöne Strecke, wenn auch auf einer Nationalstraße (N322).

Es geht nach dem einzigen Berg mit 1058 Hm stetig bergab. Damit ist es ein „leichtes“ fahren heute.

Unterwegs werden wir von zwei Polizeimotorrädern mit Blaulicht überholt. Einige Kilometer weiter sehen wir die beiden in einer Senke am rechten Straßenrand stehen. Von weiten ist da auch noch ein Auto zu erkennen. Als wir näher kommen, winkt uns einer der beiden raus.

Ein zerbeultes Motorrad liegt noch an der Seite. Der Fahrer ist schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Er sei nicht lebensgefährlich verletzt, erklärte uns der Polizist nach meiner Frage ob es dem Fahrer gut geht. Als Mopedfahrer bekomme ich halt ne Gänsehaut, wenn ich so etwas sehe.

Ich dachte schon …. 💭

Aber beide waren sehr freundlich und sie wollten uns nur auf die Gefahren der N322 aufmerksam machen und das es nebenan einen Via Verde für uns gebe, der viel sicherer für uns wäre.

Sehr nett!

Aber wir haben erklärt warum wir auf der N322 weiterfahren wollen.

Wir haben uns noch ein bisschen über unsere Tour unterhalten und was wir noch so vorhaben. Sie waren sehr erstaunt, dass wir mit dem Fahrrad die komplette Strecke gefahren sind. Einer der Polizisten will im kommenden Jahr auch den Camino de Santiago besuchen….

… und dann kam er dichter und zeigte auf meine Uhr. Er trug auch eine Garmin Fenix 🤗

Sie haben uns noch eine gute Fahrt gewünscht und dann ging es zügig weiter.

Da keine Ortschaften in Sicht waren, haben wir eine kleine Rast am Straßenrand im Schatten gemacht. Als wir wieder los sind …. 🤮 schleichender Plattfuß vorne rechts. Also das nächste schattige Plätzchen gesucht und den Schlauch gewechselt. Am Mantel habe ich nichts auffälliges gefunden.

Plattfuß Nummer fünf bei Kilometer 7121

Nachdem wir ein knappes halbes Stündchen unterwegs waren, haben uns die beiden Motorradpolizisten hupend und grüßend überholt. Kurz zuvor war es ein Abschleppwagen mit dem havarierten Mopped.

Die letzten Kilometer ging es schnurgerade auf der N322 bis kurz vor Santa Ana, unserem heutigen Zielort. Nette Unterkunft, Rad konnte in die Tiefgarage.

…. Aber alles zu. Das einzige Restaurant nebenan (gehört zusammen) machte erst gegen 20h wieder auf.

Dafür war das Essen einfach „der Hammer“. So lecker haben wir lange nicht mehr gegessen. Der ältere Herr an Herd und Grill verstand sein Handwerk.

Rippchen waren so etwas von zart. Ließen sich mit der Zunge am Gaumen zerdrücken 🤤
Knochen wurden mehrfach „abgelutscht“
Unsere Unterkunft. Nebenan das Restaurant „Los Amigos“ Absolut eine Empfehlung wert

Tag 131

Es regnet seit zwei Monaten das erste Mal. Die Nacht über gab es zeitweise heftige Schauer. Bei leichten Nieselregen sind wir los nach Arroyo zum Frühstück. Knapp sieben Kilometer entfernt.

Während wir frühstücken, hat es aufgehört zu regnen. Es ist aber noch sehr stark bewölkt. Trotzdem soll es gegen Nachmittag wieder richtig warm werden. Da bin ich gespannt …

Wenige Minuten nach dem Ortsausgang beginnt ein neuer „Via Verde“.

Leider besteht der Weg nur aus losem Gestein und Sand (der erste war zum größten Teil asphaltiert) das macht es nicht einfacher. Der Regen die Nacht über macht den Boden nicht leichter zu befahren. Er ist sehr schwer geworden und kostet mich mindestens 40-50 Watt an extra Kraft. Dazu wirklich heftige „Kackwellen“.

Nach ca. zwölf Kilometer habe ich aufgegeben und die nächstmögliche Abfahrt auf die N322 genommen. Ist zwar ein wenig länger, aber dafür wesentlich leichter zu befahren.

Sehr weite Landschaft, die sich langsam verändert. Die Olivenplantagen weichen anderen Bäumen. Ich wusste nicht, dass es noch so etwas gibt 🥳

Dafür kommen weite Felder und auch die Farben der Natur wird vielfältiger. Sehr schön anzusehen.

UND dann kommt das Schild:

Wir verlassen Andalusien und kommen nach Kastilien.

Mit dieser schier endlosen Weite gab es auch keine Dörfer oder Städte in unserer Reichweite für eine Pause. So muss der Straßenrand reichen. Bei der Gelegenheit ein Blick auf den Hinterreifen …

Langsam gibt er seine „Seele“ (den Pannenschutz) preis

Das nächste kleine Dorf angefahren und eine Bar/Restaurant gesucht, dass es da geben soll.

Das erste Mal dran vorbei. Nur ein Schild „Bananas“ und Stimmen aus der offenen Tür, was so gar nicht auf die Beschreibung passte, wies auf ein mögliches Lokal hin.

Ein paar Einheimische, die mit den Gesprächen verstummen als wir eintreten. Fast wie in alten Western in einer Kleinstadt, wo man den Saloon betritt. 🤗

Kühle Getränke und einen schönen heißen Kaffee für mich beleben die 👻.

Bis Alcaraz sind es nur noch knapp 19 Kilometer. Mir reicht die heutige Strecke. Ich bin kaputt, da ich zu der anstrengenden Berganfahrt den Tag über auch mal wieder von meinen Frühjahrs- und Herbstnervenschmerzen geplagt werde. Der relativ kühle Wind hat sein übriges dazu beigetragen. Wir haben heute locker zehn Grad weniger gehabt als die letzten Wochen. Sehr sehr ungewohnt.

An der Abzweigung nach Alcaraz

In der Unterkunft angekommen … ein wirkliches Highlight. Zwei ältere Leute die es betreiben. Sie kramt in vielen Zimmerschlüsseln herum und gibt uns ein Zimmer im ersten Stock. Aber beim Flur runtergehen schauen wir in ein sonniges Dreibettzimmer … jo ist frei. Gebucht! Cash auf die Hand ohne irgendwelchen „Papierkram“.

Das Rad soll in den Flur! Sie reißt gleich die Türen auf. Das Angebot nehmen wir gerne an. Steht jetzt quasi vor unserer Zimmertür.

Wartungsarbeiten am Rad

Heute ist Sonntag und hier im Dorf alles zu. Sie bietet uns ein Essen an. Wir einigen uns auf 19h.

Wat ein Aufriss. Mit viel Sonne auf dem Balkon genießen wir das Essen.

Abendstimmung…
… eingefangen von mlml
71 km und 1001 Hm

Tag 130

Die heutige Tour war fast wie auf einem der Via Verde …

Eine Weile fuhren wie parallel zur A32 und wechselten die Seiten 🥳 von rechts nach links und umgekehrt. Mal drüber, dann wieder unter durch.

Da es bei der heutigen Unterkunft kein „offenes“ Restaurant gibt, haben wir uns in Villanueva del Arzobispo etwas zu essen gegönnt.

Das Essen war sehr lecker.

Wenige Kilometer später …. 🥳 …

haben wir die 7000 Kilometer geknackt!

7000 Kilometer geschafft
Das treue „Arbeitstier“ Danke an Alexander
Beim Stand von 2258 km am 01.05. in Wedel gestartet

Bei der Unterkunft dann ein wenig vom Glücksgefühl runter geholt worden. Die Gastgeber kamen kurz nach uns an, haben uns das Zimmer gezeigt, wie wir durch die „Eingangstür“ zur Anlage kommen und haben uns dann mitgeteilt: es ist alles geschlossen! … und sind wieder abgedampft 😳🤪

Das war mal eine schöne Überraschung 😣

Also keine Bar, keine Erfrischung … und wir mitten in der Pampa. Wir hätten min vierzig Minuten und dann auch noch wieder bergan bis zum nächsten Ort fahren müssen … darauf hatte ich keinen Bock mehr.

Es gibt hier zwar noch einen Getränkeautomaten, aber ohne das passende „Kleingeld“ ist es schwierig 😥

Dann bleibt es halt bei lauwarmen Wasser. Einen Kühlschrank gibt es auch nicht. 🤷🏼‍♂️

Dann noch einen Spaziergang … mit Sonnenuntergang.

59,22 km und 802 Hm

Tag 129

Nachdem wir uns einen Frühstückskaffee gegönnt haben und das Rad abfahrbereit ist, geht es noch weiter in den Supermarkt. Dort decken wir uns mit Obst und Getränken für den Tag ein.

… kurz vorm verlassen der Stadt

Zügig geht es raus aus der Stadt hinein in die Olivenplantagen. Die letzten Tage fahren wir nur durch Olivenplantagen …

Olivenbäume überall
Ein „Großgrundbesitzer“

Leider ist die Gegend sehr dünn besiedelt und damit gibt es auch keine Möglichkeit einen Zwischenstopp in einer „Bar“ zu machen.

Aber wir treffen tatsächlich mal auf ein großes Maisfeld, was auch irgendwie seltsam anmutet. Da Mais noch „durstiger“ ist als die Oliven. Das in dieser trockenen Gegend.

Nun denn …

Nach einem echten Berg mit durchschnittlich sieben Prozent Steigung und gute zehn Kilometer lang, treffen wir in Baeza ein.

Dort machen wir endlich die ersehnte Kaffeepause.

Da buche ich auch noch unsere heutige Unterkunft in Úbeda. Sind nur noch knapp elf Kilometer entfernt.

Nette Altstadt mit vielen schönen Ecken und kleinen Gassen. Das Hotel ist auch ein Bestandteil und hat im Hotel zum Teil noch alte Stadtmauern integriert. Zimmer ist groß und die Betten sind es auch 🤗

Unser Zimmer ist nicht zu übersehen
59,6 km und 1076 Hm

Tag 128

Die heutige Tour beginnt entspannt in jeder Hinsicht. In aller Ruhe das Rad fertig gemacht und dann brauchten wir nur bergab rollen lassen bis wir wieder auf den Via Verde kommen. Auch da geht es die nächsten Kilometer immer leicht bergab. So kommen wir nach einem Tag Pause langsam wieder rein 🤗

Immer wieder mal alte Bahnhöfe.

Hier wird der Waggon vom Restaurant genutzt
Wassertanks für die Dampfloks
… auch alt
Alte Ölmühle im Vordergrund, dahinter ein etwas neueres Modell

Nach ca. vierzig Kilometern, wir haben gerade eine Alte Eisenbahnbrücke überquert und stehen im Schatten eines großen Baumes, kommen uns zwei Radfahrende entgegen. Sie halten bei uns und nach ein paar Wortwechsel sprechen wir deutsch 😊

Das Pärchen (sprechen beide überraschenderweise deutsch) kommt aus Valencia und sie machen eine viertägige Tour durch diese Gegend. mit gegenseitigen guten Wünschen machen sie sich wieder los …

Wir schwingen uns auch aufs Rad und ich merke sofort beim Anfahren … da stimmt etwas nicht.

Plattfuß Nummer vier vorne rechts bei Kilometer 6581.

Verursacht durch einen Holzsplitter von alten Eisenbahnschwellen, die zum „auffüllen“ der Eisenbahnbrücken genutzt werden.

Dabei wohl den „Holzsplitter“ mit dem Reifen aufgesammelt 🥳

Was für ein Glück braucht man hier zum wechseln des Schlauches nix abbauen 🤗

Somit muss man nur sorgfältig den Mantel nach der „Ursache“ untersuchen. Wenige Minuten später ist der Schlauch gewechselt und wieder auf Druck 🥳

Weiter geht’s.

In Martos machen wir eine Pause und entschließen uns, etwas zu essen. Das war eine gute Entscheidung. Sehr lecker gegessen und 🍻 dazu.

So haben wir die restlichen 25 km in Angriff genommen. Ab Martos ging es den Via Verde wieder langsam bergab und wir konnten ein gutes Tempo finden. Auf diesem Abschnitt gab es drei Tunnel, welche alle in einem sehr guten Zustand waren und man keine Befürchtung wegen schlechter Wegstrecke im dunkeln zu haben brauchte.

Ende des ersten Via Verde für uns kurz vor Jaén
Abendstimmung fussläufig vom Hotel entfernt
75,7 km und 912 Hm

Tag 127

Einen Tag Pause vom Radeln.

Das bringt mir etwas Zeit, um am Rad auf der linken Seite ein wenig Gymnastil mit der Bremse zu machen. Denn seit einigen Tagen quietscht es und langsam ist es ständig. Das nervt und ist ein Zeichen für die einsetzende „Schwergängigkeit“ der Bremskolben.

Bei der anschließenden Untersuchung des Rades habe ich einen Speichenbruch im Hinterrad auf der Antriebsseite festgestellt. Das muss wohl die Tage bei einer von den „Off-Road-Touren“ passiert sein.

Hoffentlich setzt sich das nicht wieder fort und die restlichen Speichen haben durch den Bruch keinen Schaden genommen.

Dazu kommt nun auch seit einigen Tagen ein „knarzen“ von der Sattelstütze. Das habe ich mir auch noch mal angeschaut.

Der morgige Tag und die Tour wird es zeigen, ob meine Bemühungen gefruchtet hat. Wir werden sehen.

Tatsächlich ist es heute nicht mehr ganz so warm wie die Tage zuvor. Im Schatten sind es nur noch 28 Grad. Da lässt es sich aushalten.

Es gibt hier doch einige Interessante Wanderwege in die Berge. Aber … ich habe keine Lust bei der Wärme die Wanderschuhe rauszuholen und gegen die Birkenstock zu tauschen. Ausserdem würden sich meine Füße wehren, wenn sie in enges Schuhwerk gesteckt werden würden. Seit den Anfängen in Frankreich bei weniger als zehn Grad und viel Regen, habe ich kein festes Schuhwerk mehr an gehabt.

Michaela aber schreckt es nicht. Sie ein wenig los während ich hier schön im Schatten der Bäume die Natur beobachten kann.

Tag 126

Im Schatten vorm Hotel fühlte es sich heute Morgen noch gut an.

Aber sobald wir die Straße erreicht haben und der Sonne ausgesetzt sind … ist es vorbei mit „frisch“ 🥳

Es ist warm …

Zügig geht es raus aus der Stadt. Nach wenigen Kilometern die Abzweigung zum Via Verde de Aceite …

Der Start auf dem Via Verde

Wir sind beide überrascht von der guten Qualität der Strecke. Ich war mir da wirklich nicht sicher. Aber so macht es einfach nur Spaß zu fahren.

Der Weg macht seinem Namen alle Ehre. So weit man schauen kann … Olivenbäume. Bis zum Horizont. Auch die „Berge“ sind bepflanzt, so lange man es mit dem Traktor befahren kann. Was für eine Monokultur.

Am Weg liegen zum Teil noch gut erhaltene Bahnhöfe, die jetzt umfunktioniert wurden.

Kurz vor Lucena haben wir eine Pause eingelegt. Ich musste dringend etwas essen und ein 🍻 zum erfrischen 🤗

Mittlerweile ist die dreißiger Marke auf dem Thermometer geknackt …

Frisch gestärkt geht es weiter. Es ist eine tolle Fahrt und die restlichen Kilometer fliegen nur so dahin.

Der erst Tunnel ist in Sicht. Nur 139 Meter lang.

Bald schon ist Zuheros am Berg mit seinen weißen Häusern zu sehen. Jetzt mussten wir nur noch schauen, wie wir von der alten Bahnstrecke in die Stadt kommen. Komoot wollte uns wieder mal abenteuerlich führen. Das ging gar nicht. Zu Fuß wäre es schon mehr als schwierig gewesen. Schnell mal geschaut … ca. einen Kilometer weiter gab es eine Abzweigung auf die Straße. So brauchten wir nur ein kleines Stück zurück.

Alles ganz easy 🤗

Bloß die letzten paar hundert Meter in die Stadt rein waren echt der Hammer. Steigung von bis zu zwanzig Prozent.

Dafür entschädigt das Hotel. Ist so toll, dass wir kurzfristig eine weitere Übernachtung buchen.

Dachterrasse
Hotel Pool auf der Dachterrasse

Eindrücke aus der Stadt …

56,45 km und 789 Hm

Tag 125

Heute morgen hingen die Brötchen draußen an der Zimmertür. Die restlichen „Zutaten“ waren im Kühlschrank wie Wurst, Schinken, Butter, Marmelade, Milch und Saft. Frisches Obst … alles für ein Frühstück. Kaffee und Tee war auch dabei.

So haben wir in aller Ruhe gefrühstückt. Die Sachen wieder verpackt und das Rad reisefertig gemacht.

Die heutige Tour war ohne große Herausforderungen geplant. Der große Teil der Tour führte durch weite Olivenfelder, zum Teil bis zum Horizont.

Nach Komoot habe ich extra darauf geachtet, dass keine „Schotterpisten“ das Vergnügen stören. Extra Kilometer eingeplant, gerade um diese Situation zu vermeiden.

Tja …. und was passiert 🤮 wieder eine Schotterstraße über mehrere Kilometer. Laut Komoot alles „normale Straßen mit Asphalt“.

Das war der Anfang …

… es wurde noch wild, einspurig mit tiefen schräg laufenden Rillen. Mit einem normalen Auto hätte man die Strecke nicht bewältigen können.

Die Strecke war nicht ganz so schlimm wie die gestrige. Sie war wenigstens als Straße zu erkennen.

Keine Ahnung, wer diese Informationen einstellt.

In Puente Genil angekommen haben wir als erstes eine Bar aufgesucht. Dort uns ein paar 🍻 und Tapas schmecken lassen. Anschließend die letzten eineinhalb Kilometer bis zum Hotel in Angriff genommen 🥳

Tolles Hotel mit Pool im Innenhof. Fürs Rad wurde auch ein Platz in einem zurzeit nicht genutzten Saal gefunden. Ohne das wir extra nachfragen mussten.

Der junge Mann von der Rezeption war ganz begeistert von dem Rad und hat gleich ein paar Fotos gemacht. Das mit dem Fahrrad auf Reisen gehen ist auch ein „Ziel/Traum“ von ihm 😊

Wir haben immer wieder so tolle Reaktionen … und fast alle sind bemüht, das Rad irgendwie unter zu bekommen.

Nachdem wir uns erfrischt haben, nochmals raus in die Innenstadt. Mittlerweile kurz vor sechs Uhr und noch immer um die fünfunddreissig Grad. In der Sonne hatten wir das Gefühl … gleich kräuseln sich die Armhaare 🥵

Die meisten Läden hatten zu, die ein oder anderen begannen ihre Geschäfte zu öffnen. Im Schatten noch ein Bier gezischt und wieder zurück ins Hotel.

Dort sind wir gegen halb neun noch ins Restaurant und haben mal wieder lecker und mit viel Appetit gegessen.

So kann ein Abend zu Ende gehen.

Wir freuen uns schon auf die morgige Tour. Das wird bestimmt sehr schön.

52,54 km und 304 Hm